Fragen und Antworten

Warum sind Omega-3-Fettsäuren so wichtig?

Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendig (essenziell), d. h. unser Körper ist auf die regelmäßige Zufuhr angewiesen. EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexasäure) sind die biologisch aktivsten Omega-3-Fettsäuren. EPA dient unserem Organismus als Ausgangssubstanz für die Bildung von so genannten Eicosanoiden, hormonähnlichen Stoffen, die zahlreiche Vorgänge im Stoffwechsel beeinflussen. So wird aus EPA das Eicosanoid namens Prostaglandin I3 gebildet, das gefäßerweiternd und gerinnungshemmend wirkt. DHA ist wichtig für die Funktion des Gehirns und der Netzhaut des Auges und wird z. B. in die Membranen der Zellen in unserem Körper eingebaut, was deren Funktionen wesentlich verbessert. Schon für den Fetus im Mutterleib und dann für das Baby sind Omega-3-Fettsäuren wichtig, weil sie an der Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktionen beteiligt sind. Für Erwachsene liegen die Hauptvorteile in der Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in der Therapie verschiedener entzündlicher Erkrankungen wie z. B. rheumatoider Arthritis spielen Omega-3-Fettsäuren eine bedeutende Rolle.

Welche Empfehlungen gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE bzgl. Omega-3-Fettsäuren?

In den im Jahr 2008 herausgegebenen Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr (vollständig durchgesehener und korrigierter Nachdruck) der Gesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DGE, ÖGE, SGE und SVE) steht dazu folgendes: "Zur primären Prävention der durch koronare Herzkrankheit bedingten Todesfälle wird in der Literatur nach Auswertung zahlreicher Studien der Konsum von insgesamt 250 mg Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure/Tag empfohlen." Die Zufuhr von alpha-Linolensäure (ALA) sollte 0,5 Prozent der täglichen Nahrungsenergie betragen. Schwangere und Stillende sollten im Durchschnitt mindestens 0,2 g DHA pro Tag zuführen.

Gibt es etwas in unserem Essen, das die Wirksamkeit der Omega-3-Fettsäuren behindert?

Was die Wirksamkeit angeht, ist nicht bekannt, dass es einen direkten Gegenspieler (Antagonisten) der Omega-3-Fettsäuren gibt. Aber die allgemein zu hohe Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) stellt ein Problem dar. Lange Zeit lautete die Empfehlung, cholesterinbewusst zu essen, d. h. mit dem Ziel, den Cholesterinspiegel zu senken, gesättigte Fette gegen Omega-6-Fettsäuren auszutauschen. Das aber ließ die ebenfalls lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren ins Hintertreffen geraten. Ursprünglich – als die Menschen noch als Jäger und Sammler unterwegs waren – lag das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in ihrer Ernährung vermutlich bei 2 zu 1. Interessanterweise ist dies identisch mit dem Verhältnis, das man in Muttermilch findet. Heute hat sich das Verhältnis verschoben zu durchschnittlich 7 zu 1, und Fachgesellschaften empfehlen eines von 5 zu 1. Das Zuviel an Omega-6-Fettsäuren behindert die Umwandlung der aus pflanzlichen Ölen (z. B. aus Raps, Lein, Walnuss) stammenden alpha-Linolensäure in unserem Körper zu der biologisch aktiveren Omega-3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure). Denn: beide Fettsäuregruppen werden vom selben Enzym – der delta-6-Desaturase – umgewandelt. Das bedeutet: Bei reichlichem Angebot an Linolsäure kommt alpha-Linolensäure nur stark eingeschränkt zum Zug. Deshalb empfiehlt auch der Arbeitskreis Omega-3, die Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) aus Sonnenblumen-, Mais- und Weizenkeimöl oder Distelöl u. a. zu reduzieren zu Gunsten der Omega-3-Fettsäuren aus Lein-, Raps- und Walnussöl. Wenn möglich sollte man sie gleich als EPA und DHA zu sich zu nehmen (aus Kaltwasserfischen, angereicherten Lebensmitteln und ggf. ergänzend Kapseln mit Öl aus Fisch oder speziellen Meeresalgen). Aufgrund der derzeitigen Ernährungsgewohnheiten und der begrenzten Umwandlung von alpha-Linolensäure in EPA/DHA ist eine ausreichende Versorgung mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren allein durch alpha-Linolensäure-reiche Pfanzenöle wahrscheinlich nicht möglich. Wenn man jedoch wenig Omega-6-Fettsäuren aufnimmt, kann aus alpha-Linolensäure ausreichend viel EPA gebildet werden.

Wie viel Omega-3-Fettsäuren braucht der Mensch und was heißt das für das tägliche Essen?

Übereinstimmend mit zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Wissenschaftlern empfiehlt der Arbeitskreis Omega-3 eine tägliche Zufuhr von mehr als 0,3 g EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure): Vorzugsweise aufzunehmen über zwei Fischmahlzeiten pro Woche, was ca. 30 g Fisch pro Tag entspricht. Von den zwei Mahlzeiten sollte mindestens eine aus Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch oder Sardine bestehen – frisch zubereitet, als Tiefkühlware oder als Konserve. Die tägliche Zufuhr lässt sich auch durch Omega-3-Produkte und/oder Kapseln mit Öl aus Fisch sichern. Außerdem sollten Pflanzenöle wie Lein-, Raps- und Walnussöl, die alpha-Linolensäure enthalten, bevorzugt verwendet werden. (Rapsöl enthält durchschnittlich 9 Prozent alpha-Linolensäure). Wichtig ist zudem, die derzeit zu hohe Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) z. B. aus Sonnenblumen-, Distel-, Mais- und Weizenkeimöl und daraus hergestellten Magarinesorten zu reduzieren.

Wie sieht derzeit die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren in Deutschland aus?

Die Versorgungslage mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert, ist aber noch immer unbefriedigend: Statt mehr als 0,3 g EPA (Eicosapentaensäure)/DHA (Docosahexaensäure) nehmen laut Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE Erwachsene im Durchschnitt 0,2 g pro Tag zu sich, Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren nur 0,1 g EPA/DHA. 16 Prozent der Bundesbürger essen keinen Fisch. Dieser Personenkreis nimmt pro Tag durchschnittlich lediglich 0,06 g EPA/DHA zu sich. Zudem ist die Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) im Vergleich zu hoch und hemmt so die Umwandlung der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure in die biologisch aktivere Form EPA.

Wie weiß ich, dass ich gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt bin?

Die über Lebensmittel wie fettreicher Meeresfisch zugeführte Menge an Omega-3-Fettsäuren ist ein Anhaltspunkt für die Versorgung, allerdings weiß man meist nichts darüber, wie viel er davon wirklich enthält. Genauer lässt sich das zwar bei angereicherten Lebensmitteln sowie bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Fisch- und Krillölkapseln sagen, doch es gibt von Mensch zu Mensch Unterschiede bei der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren in den Körper, die z. B. auch dadurch beeinflusst wird, ob man gleichzeitig etwas Fetthaltiges oder etwas Fettarmes isst. Wer sicher wissen möchte, wie er mit Omega-3-Fettsäuren versorgt ist, sollte den Gehalt seiner Gewebe messen lassen. Dafür gibt es ein standardisiertes Messverfahren – den HS Omega-3-Index, benannt nach den beiden Erfindern Prof. Harris und Prof. von Schacky. Mit diesem Messverfahren wird der Gehalt der Membranen der roten Blutkörperchen an EPA und DHA bestimmt, der exemplarisch ist für den anderer Gewebe und Organe. Bei einer guten Versorgung liegt der HS Omega-3-Index im Bereich zwischen 8 und 11 Prozent. Mehr Informationen zum Messverfahren unter www.omegametrix.eu

Wer profitiert von Omega-3-Fettsäuren?

Grundsätzlich alle Menschen, denn sie sind lebensnotwendig (essenziell), d. h. müssen regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Da Omega-3-Fettsäuren an der Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktion beteiligt sind, ist das werdende Leben und sind Babys auf eine gute Versorgung besonders angewiesen. Entsprechend erhöht sich der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft und Stillzeit (Zufuhrempfehlung: mindestens 0,2 g DHA pro Tag). Zur Vorbeugung gegen Arteriosklerose und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Omega-3-Fettsäuren sehr wertvoll (Zufuhrempfehlung: mehr als 0,3 g EPA/DHA pro Tag). Darüber hinaus können Menschen, die z. B. bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, das Risiko eines weiteren Infarktes verringern (Zufuhrempfehlung: 1 g EPA/DHA pro Tag).

Ich bin schwanger: Wie viel Omega-3-Fettsäuren brauche ich?

Die Gesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DGE, ÖGE, SGE und SVE) sowie auch der Arbeitskreis Omega-3 empfehlen die Zufuhr von im Durchschnitt mindestens 0,2 g DHA pro Tag während der Schwangerschaft und Stillzeit. Eine ausreichende Zufuhr während der Schwangerschaft und Stillzeit ist deshalb wichtig, weil das ungeborene Kind sowie Babys Omega-3-Fettsäuren zur Entwicklung der Gehirn- und Sehfunktionen benötigen.

Wenn Omega-3-Fettsäuren die Blutgerinnung verzögern, verstärkt sich dadurch auch die Menstruationsblutung bei Frauen?

Nein, dieser Effekt ist nicht zu erwarten. Bei der empfohlenen Zufuhr von mehr als 0,3 g EPA/DHA (Eisosapentaensäure/Docosahexaensäure) bzw. dem Verzehr von zwei Fischmahlzeiten in der Woche, ist die Blutgerinnung unwesentlich verzögert.

Omega-3-Fettsäuren – auch wenn sie schon in die Membranen von Zellen in unserem Körper eingebaut sind – reagieren gern mit Sauerstoff und oxidieren, d. h. "verderben". Muss man nicht gleichzeitig mit mehr Omega-3-Fettsäuren auch mehr Vitamin E (als Antioxidants) zu sich nehmen?

Ja. Da mehrfach ungesättigte Fettsäuren – und damit auch Omega-3-Fettsäuren – schnell mit Sauerstoff reagieren und oxidieren, muss man sie durch so genannte Antioxidantien davor schützen. Wer also seine Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren erhöht, braucht auch mehr Vitamin E. Die deutschsprachigen Ernährungsgesellschaften geben als Faustregel an:
pro Gramm alpha-Linolensäure 0,6 Milligramm Vitamin E
pro Gramm EPA 1 Milligramm Vitamin E
pro Gramm DHA 1,2 Milligramm Vitamin E.
Auch bei Einnahme von Fischölkapseln muss man darauf achten und sollte Produkte auswählen, denen Vitamin E zugesetzt ist.

Wie effektiv ist es für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, wenn man alpha-Linolensäure statt direkt EPA und DHA zu sich nimmt?

Nicht sehr effektiv, denn man braucht mindestens zehnmal so viel alpha-Linolensäure als EPA/DHA (Eicosapentaensäure/Docosahexaensäure), um denselben Effekt zu erzielen. Und: Je höher die gleichzeitige Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) ist, desto geringer ist die Menge an alpha-Linolensäure, die im Körper zu der biologisch aktiven Form EPA umgewandelt wird. Für den Ernährungsalltag bedeutet das, dass alpha-Linolensäure reiche Pflanzenöle wie Lein-, Raps- und Walnussöl eine wesentlich uneffektivere Quelle für Omega-3-Fettsäuren darstellen als an EPA/DHA reicher Fisch.

Jetzt haben wir alle gelernt, dass man viel Pflanzenöl mit reichlich mehrfach ungesättigten Fettsäuren verwenden soll. Nun heißt es, weniger davon. Was soll man denn nun glauben?

Lange Zeit lautete die Empfehlung, sich cholesterinbewusst zu ernähren, das heißt u. a. gesättigte Fettsäuren z. B. aus tierischen Fetten durch Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) aus Sonnenblumen-, Distel-, Mais- oder Weizenkeimöl und daraus hergestellten Margarinesorten zu ersetzen. Das entsprach dem Stand der Wissenschaft zur damaligen Zeit. Dadurch hat sich aber das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in unserer Nahrung von der Empfehlung 5 zu 1 zu einem Verhältnis von 7 zu 1 verschoben. Das ist ungünstig, weil beide Fettsäuregruppen durch die Mitwirkung von ein und demselben Enzym in unserem Körper umgewandelt werden, d. h. hier gibt es ein "Nadelöhr", und bei einem Zuviel an Omega-6-Fettsäuren kommt die Umwandlung der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure zu der biologisch aktiveren Form EPA (Eicosapentaensäure) zu kurz. Deshalb ist es auch notwendig, die derzeit zu hohe Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) zu reduzieren und dafür mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen (mehr alpha-Linolensäure aus Lein-, Raps-, Perilla- und Walnussöl oder direkt EPA/DHA aus Kaltwasserfischen, angereicherten Lebensmitteln und/oder Nahrungsergänzungsmitteln wie Kapseln mit Öl aus Fisch oder speziellen Mikroalgen).

Was ist Perillaöl?

Perilla frutescens ist eine in Ost- und Südostasien beheimatete Pflanze, die zur Familie der Lippenblütengewächse gehört. Ihre Blätter, die in ihrer Form an die der Brennnessel erinnern, werden insbesondere in der japanischen, vietnamesischen und koreanischen Küche gern als Gewürz eingesetzt. Es gibt Sorten mit grünen und roten Blättern, und letztere werden in Asien auch gern zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Aus dem Samen der Perilla wird ein Öl gewonnen, das sehr reich an der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure ist: Es enthält 60 Prozent alpha-Linolensäure und jeweils 15 Prozent Linol- und Ölsäure (im Vergleich: Rapsöl enthält durchschnittlich 9 Prozent alpha-Linolensäure). In Japan heißt Perilla auch Shiso, in Deutschland kennt man Synonyme wie Schwarznessel, chinesische Melisse und wilder Sesam. Perillaöl ist in Kapselform oder als Öl erhältlich. Hinweis: Perillaöl enthält zwar viel von der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA), die aber wird im Körper nur zu einem geringen Prozentsatz (max. 5 Prozent) in die biologisch aktive, langkettige Eicosapentaensäure (EPA) umgewandelt. Entgegen den Darstellungen einiger Anbieter ist Perillaöl als Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) nicht mit Fisch oder Fischöl zu vergleichen, mit denen man direkt EPA und DHA zu sich nimmt.

Ich mag keinen Fisch: Wie kann ich trotzdem meine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sicherstellen?

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Lebensmitteln, die mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sind, darunter: spezielle Fischprodukte, Omega-Brot und -Brötchen, Omega-3-Pflanzenmargarine und DHA-reiches Öl. Gleichzeitig sollten Öle bzw. Fette mit einem günstigen Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren bevorzugt werden. Auch über die Einnahme von Kapseln mit Fischöl lässt sich die Versorgung sicherstellen. Strenge Vegetarier, die weder Fisch noch Fischöl zu sich nehmen möchten, sollten Lein-, Raps-, Perilla- und Walnussöl bevorzugen. Für sie geeignen sind auch die Omega-3-Pflanzenmargarine sowie das Omega 3 DHA Öl der Marke Vitaquell, die mit DHA aus Meeresalgen angereichert sind, sowie Kapseln mit Öl aus speziellen Mikroalgen.

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Ich muss abnehmen: Sollte ich dann trotzdem einmal pro Woche fetten Seefisch essen?

Ja, aber es ist wichtig, dass Sie die Fettmenge aus dem Fisch bei Ihrer gesamten Fettzufuhr berücksichtigen. Essen Sie die Fischmahlzeiten nicht zusätzlich, sondern ersetzen sie z. B. eine Fleischmahlzeit durch Fisch oder Ihren Brotbelag aus Wurst oder Käse durch eine Fischkonserve. Falls Ihnen das zu kompliziert sein sollte: Es gibt mittlerweile eine Reihe von Lebensmitteln, die mit Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) angereichert sind, darunter Fischprodukte wie Fischstäbchen, Omega-Brot und -Brötchen. All diese Produkte enthalten nur geringfügig mehr Fett als vergleichbare Produkte ohne Omega-3-Fettsäuren. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit, die Versorgung über die Einnahme von Kapseln mit Öl aus Fisch oder speziellen Mikroalgen sicherzustellen.

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Sie empfehlen das vermehrte Essen von Lachs, Makrele, Hering, Sardinen: Ist das bei den schwindenden Fischbeständen nicht kontraproduktiv?

Noch sind die Bestände dieser Fische – insbesondere die des Herings – nicht überfischt. Lachs stammt häufig aus Zuchten, auch wenn bei diesen Tieren der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ein wenig niedriger ist als der von Wildlachsen. Der World Wildlife Fund WWF gibt in seinem aktuellen Einkaufsführer Fisch und Meeresfrüchte an, dass z. B. die Bestände von Lachs (Pazifik/Ostpazifik USA), Makrele (Nordatlantik) und Hering (Nordatlantik/Ostsee) nicht überfischt sind.

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Wer trotzdem Bedenken hat, kann seine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren auch über mit EPA/DHA angereicherte Lebensmittel decken. Es gibt davon mittlerweile einige, darunter: Fischprodukte wie Omega-3 Fischstäbchen, Omega-Brot und -Brötchen, Omega-3-Pflanzenmargarine und Omega 3 DHA Öl sowie DHA-haltige Eier. Teilweise stammt die DHA (Docosahexaensäure) aus speziellen Mikroalgen (s. Zutatenliste auf der Produktpackung). Mittlerweile gibt es auch Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren aus dieser pflanzlichen Quelle.

Wie kommen die Omega-3-Fettsäuren eigentlich in den Fisch?

Es gibt spezielle Mikroalgen (Phytoplankton) im Meer, die auch die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) bilden können und von Fischen über die Nahrungskette aufgenommen werden. So gelangen EPA/DHA in den Organismus z. B. von Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch und Sardine, deren Zellmembranen und Fett entsprechend reich an diesen Omega-3-Fettsäuren ist. Insbesondere Plankton in arktischen Gewässern ist omega-3-reich. Und das ist für sie wichtig, denn sie können in den sehr kalten Gewässern nur deshalb überleben, weil Omega-3-Fettsäuren in die Zellmembranen eingebaut werden und diese dadurch auch bei den geringen Temperaturen flexibel bleiben. Entsprechend weniger Omega-3-Fettsäuren findet man in Fischen, die in Meeren wärmerer Regionen oder in Flüssen und Seen leben und deren Fleisch fettarm ist (wie z. B. Forelle,Schellfisch, Seezunge).

Wie beurteilen Sie Lebertran als Quelle für Omega-3-Fettsäuren?

Lebertran ist als Quelle für Omega-3-Fettsäuren nicht so sehr gut geeignet, da er aus der Leber von Fischen gewonnen wird und deshalb große Mengen an den Vitaminen A und D enthält. Während ein hoher Vitamin-D-Gehalt eher positiv zu bewerten ist, ist ein hoher Vitamin-A-Gehalt evtl. kritisch. Hier kann es durch regelmäßigen Verzehr über eine längere Zeit hinweg zu Überdosierungen (Hypervitaminosen) und damit einhergehenden Gesundheitsschäden kommen. Zusätzliche Information: Fischöl, das z. B. in Kapseln erhältlich ist, wird nicht aus der Fischleber, sondern aus dem Fisch gewonnen und hat dadurch eine erheblich andere Zusammensetzung.

Wird Fischöl aus Lebertran gewonnen?

Nein. Fischöl wird aus Fisch extrahiert, während Lebertran aus der Fischleber gewonnen wird. Dadurch haben die beiden auch eine sich erheblich voneinander unterscheidende Zusammensetzung.

Wie sieht es mit der Schwermetallbelastung von Fischöl aus?

Untersuchungen von als Arzneimittel oder als Nahrungsergänzung zugelassenen Fischölkapseln zeigten, dass die in Deutschland strengen Grenzwerte z. B. für Schwermetalle und Pestizide weit unterschritten werden. Man kann daher unbesorgt Fischölkapseln einnehmen. Das gilt generell für alle vom Arbeitskreis Omega-3 auf ihre Qualität geprüften Produkte, für die die Hersteller regelmäßige Qualitätskontrollen durch unabhängige Institute vorlegen müssen.

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Warum empfehlen Sie nur fettreiche Kaltwasserfische? Die fettarmen Fische wie Schellfisch, Seezunge und Seelachs sind doch ernährungsphysiologisch viel wertvoller.

Nur Fische, die in kalten/arktischen Gewässern leben, enthalten reichlich Omega-3-Fettsäuren. Und: Je fetter ein Fisch ist, desto mehr Omega-3-Fettsäuren enthält er. Seelachs, Schellfisch und Seezunge leben zum einen in wärmeren Gewässern und brauchen keinen "Schutz" durch Omega-3-Fettsäuren, deshalb enthalten sie wenig. Zum anderen zählen sie zu den Magerfischen, d. h. auch dies reduziert nochmals den ohnehin geringen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren.

Warum heißen Omega-3-Fettsäuren so?

Der Name leitet sich ab von der chemischen Formel der Fettsäuren, die aus zu Ketten verknüpften Kohlenstoffatomen (C-Atomen) bestehen. Die C-Atome können mittels einer einfachen oder einer doppelten Bindung miteinander verknüpft sein. Die Bezeichnung Omega-3 rührt von der Position der ersten Doppelbindung her: Bei Omega-3-Fettsäuren befindet sie sich am dritten C-Atom (im Vergleich: Bei Omega-6-Fettsäuren befindet sich die erste Doppelbindung am sechsten C-Atom).

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Welche Verbindung gibt es zwischen Omega-3-Fettsäuren und der Ernährung der Eskimos?

Erste Beobachtungen an Eskimos, die noch eine traditionelle Lebensweise und Essgewohnheiten pflegten, waren der Auslöser für die Entdeckung und Erforschung der Omega-3-Fettsäuren. Da sich Eskimos traditionell überwiegend von Fisch, Robben- und Walfleisch sowie -fett ernähren, nehmen sie außergewöhnlich hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren zu sich. Forscher beobachteten zunächst zwei ungewöhnliche Phänomene: 1. dass Eskimos zu Nasenbluten neigen, ohne dass dies ihre ansonsten robuste Konstitution beeinträchtigte und 2. dass sie äußerst selten einen Herzinfarkt erleiden. Bei der Erforschung der Ursachen dafür, stießen die Wissenschaftler auf die Omega-3-Fettsäuren, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinflussen. Seither liegen über 17.000 wissenschaftliche Arbeiten vor, die sich den Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren widmen. Und die wissenschaftliche Forschung geht stetig weiter, denn Omega-3-Fettsäuren finden zunehmendes Interesse.

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Bei welchen Krankheiten (auch vorbeugend) können Omega-3-Fettsäuren helfen?

Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose und Herzinfarkt) vorbeugen, gewisse Schutzeffekte zur Vermeidung eines zweiten Herzinfarktes entfalten, ungünstig hohe Blutfettwerte (Triglyzeride) senken, erhöhten Blutdruck (Hypertonie) positiv beeinflussen, die Durchblutung fördern, vermutlich die Normalisierung von Herzrhythmus-Störungen begünstigen sowie den Verlauf chronischer Entzündungen (wie Schuppenflechte, Gelenkrheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) abschwächen. Studien belegen zudem eine wichtige Funktion von Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA bei der Gesunderhaltung der Augen (altersbedingte Makuladegeneration AMD, trockene Augen/Sicca-Syndrom). Ferner deuten wissenschaftliche Erkenntnisse stark darauf hin, dass EPA/DHA im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung den Krankheitsverlauf von Demenzerkrankungen/Alzheimer positiv beeinflussen bzw. das Erkrankungsrisiko verringern können.

Ich bin allergisch gegen Fisch: Kann ich trotzdem Fischölkapseln nehmen?

Fischölkapseln enthalten normalerweise kein Eiweiß, so dass sie für Fisch-Allergiker im Hinblick auf die Zufuhr an Omega-3- Fettsäuren eine echte Alternative zum Fischverzehr darstellen können. Das eventuelle Auftreten einer allergischen Reaktion - insbesondere bei hochallergisch reagierenden Personen - kann jedoch auch hier nicht vollkommen und für alle am Markt befindlichen Produkte ausgeschlossen werden; wenn das Risiko auch sehr gering ist. Wir raten dazu, dass sich ein Allergiker beim betreuenden Arzt oder in der Apotheke informiert, bevor er Fischölkapseln einnimmt.

Helfen Omega-3-Fettsäuren auch noch, wenn ich bereits einen Herzinfarkt hatte?

Ja, das hat eine Reihe wissenschaftlicher Studien gezeigt. Wenn Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten, entweder zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche aßen oder die vergleichbare Menge an Omega-3-Fettsäuren durch Fischölkapseln zu sich nahmen, war ihr Risiko, einen erneuten Herzinfarkt zu bekommen, deutlich gesenkt. Der Effekt könnte darauf beruhen, dass Omega-3-Fettsäuren Herzrhythmus- und Gerinnungsstörungen verbessern.

Ich nehme blutdrucksenkende Medikamente. Kann ich die Dosierung verringern durch die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren?

Omega-3-Fettsäuren können erhöhte Blutdruckwerte senken. Bevor Sie jedoch die Dosierung von Medikamenten verändern, besprechen Sie dies unbedingt vorher mit dem Sie behandelnden Arzt.

Schützen Omega-3-Fettsäuren auch vor der Alzheimer Krankheit?

Zahlreiche wissenschaftliche Studien deuten stark darauf hin, dass eine fischreiche Ernährung das Erkrankungsrisiko an Alzheimer verringern und sich bei Zufuhr von Fischöl der Krankheitsverlauf positiv beeinflussen lässt (z. B. Besserung von Sprache, Gangstörungen und Depression). Da man aber noch nicht die genauen Ursachen der Alzheimer Krankheit kennt, ist eine Bewertung des Nutzens von Omega-3-Fettsäuren derzeit noch schwierig.

Können Omega-3-Fettsäuren vor Brustkrebs und anderen Krebsarten schützen?

In Studien mit Tieren wurde beobachtet, dass bei Gabe von Omega-3-Fettsäuren Krebs – u. a. Brustkrebs – seltener auftrat. Einige Ergebnisse von Untersuchungen an Patienten lassen vermuten, dass eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist und wenig Omega-6-Fettsäuren und tierische Fette enthält, das Wachstum von Tumoren verlangsamt. Hieraus lassen sich aber noch keine definitiven Aussagen ableiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) führt in ihrer "Evidenzbasierten Leitlinie: Fettkonsum und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten" aus, dass es als möglich erachtet wird, dass durch eine erhöhte Aufnahme von EPA/DHA oder einem günstigen Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung das Risiko für Darmkrebs gesenkt werden kann.