Fettfisch und Fischölkapseln liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren!

Der Kardiologe Professor Clemens von Schacky und der Fachpharmakologe und Lebensmittelchemiker Dr. Gunter Eckert kommentieren die TV-Sendung VISITE des NDR vom 05.11.2013 und hier den Beitrag mit dem Titel „Speiseöle: Lieferanten für gesunde Omega-3-Fettsäuren“. Darin geht es vornehmlich um Leinöl, und am Ende der Sendung lautet einer der Tipps (Zitat): „Omega-3-Fettsäuren aus Fischölkapseln werden nicht mehr empfohlen. Sie haben keinen nachgewiesenen Nutzen wie neueste Studien zeigen.“

Das ist falsch und verunsichert Verbraucher, kommentieren von Schacky und Eckert und führen weiter aus:
Wie schon der Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt, essen die Deutschen in der Regel zu wenig Fisch. Noch dazu verschwinden leider und unmerklich die biologisch aktiven Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA nach und nach aus unserer Nahrung. Seitdem man Omega-3-Fettsäure-Spiegel messen kann, wissen wir, dass bei ca. 70 % der Bevölkerung die Omega-3-Fettsäure-Spiegel zu niedrig sind. Deshalb treten Erkrankungen, die mit einem Omega-3-Fettsäuremangel assoziiert sind, zunehmend auf – z.B. ADHS oder Depression. Zudem gibt es Situationen, in denen es günstig ist und von der DGE auch empfohlen wird, die Zufuhr an EPA und DHA zu erhöhen, z. B. während der Schwangerschaft. Übrigens empfehlen sowohl die europäische als auch die amerikanische Kardiologengesellschaft Omega-3-Fettsäure-haltigen Fisch (ggf. auch Omega-3-Fettsäuren aus Fischölkapseln), um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Die Fachgesellschaften empfehlen Omega-3-Fettsäuren haltigen Fisch nicht aufgrund einzelner Studien, sondern aufgrund einer umfassenden Analyse der wissenschaftlichen Literatur, wozu auch Meta-Analysen gehören. Natürlich braucht, wer ausreichend Fettfisch isst, keine Fischölkapseln zu sich zu nehmen.

Anders als in o. g. Beitrag dargestellt, lässt sich eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren nur über die im Fisch und damit auch in Fischölkapseln vorkommenden, nicht aber über die in Pflanzenölen wie Leinöl enthaltene alpha-Linolensäure (ALA) sicherstellen. Die in Leinöl vorkommende Omega-3-Fettsäure (ALA) wird im Körper kaum in die biologisch wirksame Form EPA und so gut wie gar nicht in DHA umgewandelt. DHA ist aber unerlässlich für die Struktur und Funktion des Gehirns. Auch dies wird von den Fachgesellschaften ausdrücklich betont.

Es wäre zu begrüßen, wenn der NDR in weiteren Sendungen zum Thema Omega-3-Fettsäuren den wissenschaftlichen Kenntnisstand wiedergeben würde und Fachleute zu Wort kommen ließe, die selbst in diesem Bereich forschen und sich auskennen.

Professor Dr. Clemens von Schacky, München, und
PD Dr. Gunter Eckert, Frankfurt
Arbeitskreis Omega-3 e. V.

11. November 2013