Schutz für die Antarktis: Krillfischerei unterstützt Greenpeace

Eine Greenpeace-Kampagne zum Schutz des antarktischen Ozeans, die weltweit 1,7 Millionen Menschen befürworteten, hat die beispiellose Unterstützung der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen, die in den antarktischen Gewässern Krill fischen, erhalten. 

 

Die Entscheidung wurde von Greenpeace während der Veranstaltung «Antarktis 360°» bekanntgegeben, die vom 7. bis 11. Juli 2018 in Cambridge (UK) stattfand und an der auch Wissenschaftler sowie der Hollywood-Schauspieler und Oscar-Preisträger Javier Bardem teilnahmen. Er hatte die Expedition von Greenpeace in die Antarktis im Januar 2018 begleitet.

Der Branchenverband der Krillindustrie teilte während der Konferenz mit, in großen Gebieten rund um die antarktische Halbinsel auf das Krillfischen zu verzichten. Dazu gehören auch Pufferzonen im Umkreis von bis zu 40 Kilometern rund um Pinguinkolonien. Zusätzlich zu dieser freiwilligen Verpflichtung unterstützen die Fischereiunternehmen auch die Forderung nach einem Schutzgebiet im Weddellmeer – sowie einem ganzen Netzwerk von Schutzgebieten. Diese Entwicklung hat Gewicht, denn die beteiligten Unternehmen sind allesamt Mitglieder der Association of Responsible Krill harvesting companies (ARK) und repräsentieren 85 Prozent aller Krillfischer in der Antarktis. Krill ist ein Mini-Krebs, dem eine Schlüsselrolle in der Nahrungskette der Antarktis zukommt und der von Pinguinen, Seehunden, Walen und anderen Meerestieren gefressen wird.

"Der weltweiten Bewegung haben sich Wissenschaftler, Regierungen, Prominente und jetzt sogar die Krillunternehmen, die in der Antarktis fischen, angeschlossen. Dies ist ein mutiger und bedeutender Schritt dieser Unternehmen, und wir hoffen, dass der Rest der Krillindustrie diesem Beispiel folgen wird", kommentierte Frida Bengtsson von Greenpeace Nordic Protect the Antarctic Campaign.

Kristine Hartmann, EVP von Aker BioMarine, dem größten Krillunternehmen der Welt, sagte: "Die Bewahrung des antarktischen Ökosystems, in dem wir tätig sind, ist Teil unserer Identität. Unser anhaltender Dialog mit ARK-Mitgliedern, Wissenschaftlern und den Umweltschutz-NGOs, einschließlich Greenpeace, ermöglichen solche zusätzlichen Anstrengungen. Wir sind überzeugt, dass das Engagement von ARK dazu beitragen wird, Krill als eine nachhaltige und stabile Quelle für gesunde Omega-3-Fettsäuren auch in der Zukunft zu sichern.“

Im Dialog mit Greenpeace haben sich die weltweit führenden Krillunternehmen dazu verpflichtet, den Krillfang in den als empfindliche Ökosysteme identifizierten und als Schutzareale empfohlenen Gebieten einzustellen. Ab 2020 werden die beteiligten Krillunternehmen eine dauerhafte Schließung dieser Gebiete befolgen und gleichzeitig den Prozess zur Schaffung eines ausgedehnten Schutzgebietes in der Antarktis unterstützen.

Chris Johnson, WWF-Antarktis-Programmleiter, sagte: "Der WWF begrüßt die Initiative von AkerBioMarine und anderen ARK-Mitgliedern, sich freiwillig zum Schutz der Antarktis und ihrer außergewöhnlichen Tierwelt zu verpflichten. Ein umfassendes und wirksames Netz von Meeresschutzgebieten rund um die Antarktis ist essentiell für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und die Verbesserung der nachhaltigen Fischerei. Die zunehmenden Einflüsse durch den Menschen und des Klimawandels auf empfindliche Meeresökosysteme machen diesen Schritt notwendig.“

Dr. Phil Trathan OBE, Leiter Conservation Biology bei der British Antarctic Survey (BAS) und Lead Ecological Adviser für die britische Delegation der Commission on the Conservation of Antarctic Marine Living Resouces (CCAMLR), sagte: "Viele Tiere in der Antarktis, einschließlich Pinguine, Robben und Wale, sind auf Krill angewiesen. Seit über 20 Jahren arbeitet die Conservation Biology Group der BAS mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, um bevorzugte Futtergebiete von wichtigen Arten zu verschiedenen Jahreszeiten zu identifizieren. 2016 hatte auch Großbritannien CCAMLR aufgefordert, das Fischen um die Küstengebiete der Antarktischen Halbinsel zu verbieten, vor allem während der Brutzeit im Sommer. CCAMLR war in der Pflicht, daher ist es begrüßenswert, dass die Mehrheit der Krillunternehmen diesen Schritt nun freiwillig geht. Weitere Maßnahmen sind erforderlich, um die Risiken der Krillfischerei abzuschätzen. Da wir immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen, hoffe ich, dass diese Unternehmen auch in Zukunft gleichermaßen Verantwortung übernehmen werden.“